Da wir uns eine Auszeit genommen haben und vorhaben mindestens 7 Monate auf Reisen zu sein, war und ist es für uns enorm wichtig die Reisekosten so niedrig wie möglich zu halten. Während unseres „Vagabundenlebens“ fallen schließlich zu Hause alle laufenden Kosten, wie Miete, Telefon, Versicherungen etc. weiter an und wir haben uns deswegen vorgenommen, die Ausgaben niedrig zu halten. Natürlich gönnen wir uns auch mal den ein oder anderen Restaurantbesuch oder gönnen uns hier und da mal was nebenbei; doch haben wir nicht vor, unsere Ersparnisse sorglos unter die Leute zu bringen… Das fällt uns auch wirklich nicht besonders schwer, da wir uns bereits ab dem ersten Tag, als mit dem Arbeitgeber abgesprochen war, ob und wann wir ein Sabbatical (Auszeit) antreten vor wirklich jedem Kauf gefragt haben, ob dieser wirklich notwendig ist. Dieses Kaufverhalten haben wir und möchten wir auch in Zukunft beibehalten. Hat man sich erstmal solch ein Bewusstsein angeeignet, fällt es wirklich leicht auf das 20ste paar Schuhe, den dritten Wintermantel, den Xten Gürtel und anderen Killefitt zu verzichten, der oftmals eh schon in Hülle und Fülle im Schrank verstaubt, weil er vielleicht nicht mehr ganz so „up to date“ ist. Nachhaltiger einzukaufen, reduzierter zu leben und ein Bewusstsein dafür zu haben, was wirklich nötig gebraucht wird und was überflüssig ist, spart nicht nur Geld ein, sondern macht auch Spaß und erleichtert ungemein! Ich hoffe jedenfalls, daß ich nie wieder diesem Massenkonsum verfalle und mich somit weiterhin abseits der Wegwerfgesellschaft bewege und orientiere… Okay – aber das war eigentlich hier nicht das Thema, sorry! 😉 Wir möchten hier den ein oder anderen Tipp geben, wie man auf Reisen mit dem Wohnmobil Kosten einsparen kann, ohne auf etwas verzichten zu müssen!

CampingCard ACSI

Das Urlaube außerhalb der Saison immer schon günstiger sind und waren, ist ein alter Stiefel – si claro! Wer aber nicht durch schulpflichtige Kinder oder sonstige Umstände darauf angewiesen ist in der Hauptsaison zu verreisen kann mit der Acsi-Karte auf Campingplätzen zusätzlich ein wahnsinniges Geld einsparen. Allerdings meist nur außerhalb der Hauptsaison… Okay – was ist also die ACSI-Karte?: Die ACSI-Karte ist eine Rabattkarte mit der du in der Nebensaison auf weit über 3000 Campingplätzen weltweit bis zu 60% einsparen kannst. Du kannst die Karte mit einem Campingführer und/oder einer App bestellen. Je nach Angebot kostet sie einmalig zwischen 14 € und 22 €. Gegen Vorlage der ACSI-CampinCard kannst du dann mit 2 Personen und Hund, natürlich nur wenn Hunde generell auf dem Platz erlaubt sind, zwischen 12 € und 20 € die Nacht campen. Du zahlst immer weniger als den niedrigsten Preis, den der Campingplatz in der Nebensaison eigentlich verlangt. In dem Campingführer sind die eigentlichen Richtpreise mit angegeben. Hier findet man um die 9000 Camping- und Stellpätze von denen allerdings nur ca. 3400 Pätze eine Ermäßigung auf die Karte gewähren. Das ist allerdings alles gut im Campingführer oder der App gekennzeichnet. Wir können jedem der mit dem Womo oder auch Zelt unterwegs ist, und nicht oder nicht nur frei Campen möchte, diese Karte empfehlen! Auf wunderschönen Plätzen, auf denen wir ohne Karte manchmal 30-60 € pro Nacht hätten zahlen müssen, haben wir mit dieser Karte meist nur 14 oder 16 €, höchstens jedoch 20 € bezahlt. Im Juli und August wird in Spanien und in Portugal dann wegen der Hauptsaison nicht akzeptiert… Wir haben mit der ACSI-Karte bisher irre viel Geld einsparen können. Echt empfehlenswert wenn man außerhalb der Saison unterwegs ist!

Stellplatz, Campingplatz oder sogar wild Campen?

Die günstigste Art zu campen ist augenscheinlich das „Wildcamping“. Aber aufgepasst; Unter Umständen könnte es doch auch ein äußerst teures Vergnügen werden… In Frankreich, Italien und Spanien ist Wildcamping grundsätzlich gesetzlich verboten. Allerdings wird es vielerorts durchaus geduldet, so daß man sich nicht wundern braucht immer wieder Camperkollegen zu treffen, die erzählen sie würden ausschließlich wild campen und es sei normal und nicht verboten. Das stimmt, wie zuvor schon erwähnt, so nicht und kann mitunter sehr teuer werden. In Spanien haben wir in Naturschutzgebieten Schilder gesehen, die mit Strafen zwischen 100 € und 20.000 € ausgewiesen waren. Wie diese Kostenspanne zustande kommen kann wurde nicht erklärt. Wir können uns aber vorstellen, daß eventuell Verschmutzung, Vermüllung und offene Feuer der Wildcamper die Strafen in die Höhe treiben können. Trotzdem sieht man in Spanien wie auch in Portugal sehr viele Wildcamper und wir haben uns mit dem ein oder anderen unterhalten oder angefreundet. Die wenigsten mit denen wir gesprochen haben, mussten schon einmal Strafe zahlen. Allerdings wird man schon des öfteren des Platzes verwiesen. Sicher kann man sich aber nie sein doch einmal eine Strafe zahlen zu müssen… Es gibt allerdings Plätze, meist Parkplätze, auf denen das Übernachten ausdrücklich erlaubt ist. Auf solchen Plätzen sollte man sich allerdings auch nicht vor dem Womo häuslich niederlassen. Also keine Campingstühle, -tische oder Markiese aufbauen. Lediglich das Übernachten im Womo ist dann offiziell erlaubt. Es macht zumindest den Eindruck, als das die Verbote in Portugal wirklich kaum durchgesetzt werden. Hier sieht man zahlreiche Wilcamper. Die stellen sich auch oftmals direkt vor Campingplätze, was nach unserem Geschmack echt dreist ist. Also mal ganz ehrlich, viele Orte hier in Portugal aber auch anderswo leben doch fast ausschließlich vom Tourismus und sind auf die Einnahmen angewiesen… Und das Allerbeste ist dann noch, wenn diese ach so freien Wildcamper den Platz auf dem sie standen vermüllt hinterlassen… Selbst bei Leuten die sich als Hippies bezeichnen haben wir das schon beobachtet. „Müll- oder Plastikhippies“ also, haha… Echt traurig. Auch Campingtoiletten werden ungeniert in Naturschutzgebieten entleert. Sorry, das ist echt ´ne Schweinerei und hat mit Naturverbundenheit nichts zu tun! Natürlich haben wir auch andere Wildcamper, die die Plätze immer sauber und akkurat verlassen kennengelernt, keine Frage! Aber man muss sich nicht wundern, wenn in Zukunft wegen dieser schwarzen Schafe, die leider nicht all zu selten vorkommen, die Strafen mehr und mehr durchgesetzt werden. Auch wir haben ein paar wenige Male frei gestanden. Allerdings war uns manchmal auch recht mulmig zumute und in den ersten Monaten haben wir uns auf dieser Reise nicht getraut frei zu stehen. In Städten oder in deren Nähe muss man natürlich auch immer mal auf eventuelle Überfälle gefasst sein. Das hat nichts mit dem Land zu tun! In jeder größeren Stadt, auch in Deutschland, ist die Kriminalitätsrate natürlich viel höher als auf dem Land und in der Pampa. Wenn man dann aber völlig abseits der Zivilisation steht, empfinde ich diese Einsamkeit nicht als weniger gruselig. Auch wenn es bei weitem nicht so gefährlich ist, wie in Stadtnähe zu stehen. Zudem muss man tief im Wald oder an abgelegenen Orten auch mal mit ganz anderen Besuchern rechnen. Uns wurde von Wildschweinbesuchen erzählt, die gerade auch für Hunde nicht immer gut ausgehen müssen. Im ländlichen Gebiet sind für uns, schon das ein oder andere Mal, Hofhunde oder auch Streuner ein Problem gewesen. Da wir ja mit unserem Rudelführer und Rüden Timmy unterwegs sind, sind so manche Begenungen mit anderen unkastrierten Rüden ohne Herrchen mitunter eine recht heikle und „bissige“ Angelegenheit gewesen. Eine Reisebekannschaft berichtete uns von einer Kamelhorde die ihn auf seiner Reise durch Albanien umzingelte. Ein Kamel weckte ihn Nachts, als es seinen riesen Schädel in´s Womo steckte und versuchte hineinzusteigen. Hört sich erstmal lustig an, ist aber nicht ganz ungefährlich, auch für das Womo nicht… Sein Hund hat es dann aber geschafft, das Kamel zu verscheuchen. 🙂 Nun gut, Kamele gibt´s weder in Spanien noch in Portugal; und trotzdem werden wir Stell- und Camping-plätze dem freien Stehen auch weiterhin vorziehen. Es sei denn wir haben ein so gutes Bauchgefühl dabei wie in Sagres. Dort standen wir auch ca. eine Woche frei. Da muss wohl jeder auf sein Bauchgefühl hören, wie er das handhabt. Und wenn es Wildcampen sein soll, dann bitte nur mit absoluter Rücksicht auf die Natur!!! Hier in Portugal bietet die Supermarktkette „Intermarche“ bei ihren Filialen immer eine Ver- und Entsorgungsstelle für Camper an. Da kann man dann seine Chemietoilette leeren und den Wassertank wieder auffüllen. Außerdem haben die Filialen im Außenbereich immer riesige Waschmaschinen mit Münzeinwurf für die Camper stehen. Das ist echt klasse und wir haben uns in Sagres sehr über das Angebot gefreut. Irgendwann ist jedes Klo mal voll… 😉

Telefon / Internet

Nicht jeder Campingplatz bietet kostenloses WiFi an, so manch ein Platz verlangt wirklich viel Geld dafür und es gibt auch noch den ein oder anderen Platz wo es gar kein WiFi gibt. Zudem ist die Verbindung dann auf den Plätzen oft sehr langsam und/oder man kann es nur an einem bestimmten Platz (Rezeption oder Restaurant) nutzen. Auf dieser langen Reise würde es uns wenig Freude und bestimmt jede Menge zusätzlicher Kosten bescheren, wären wir nur auf die WiFi Angebote der Campingplätze oder auf`s Internetcafè angewiesen. Deswegen hat sich Gido bereits vor Reiseantritt umfangreich Gedanken gemacht und informiert wie wir kostengünstig und gut im Ausland surfen können. Natürlich sind die Angebote sehr schnelllebig und zudem von Land zu Land unterschiedlich, so daß er auch während unserer Reise immer mal wieder eine noch bessere Lösung in Erfahrung gebracht und teilweise auch neu gebucht bzw. eingerichtet hat. Auf Grund des EU-Roamings bestehen die Bedingungen des Handyvertrages den man zu Hause nutzt im europäischen Ausland unverändert weiter. Da wir aber vertraglich bedingt ein limitiertes Datenvolumen beim surfen haben, war es sinnvoll sich nach Alternativen umzuschauen. Schon alleine die Arbeit an diesem Blog und das damit verbundene hochladen der Bilder kostet jede Menge Volumen und somit auch bares Geld. Und so ist Gido auf der Suche nach Alternativen in Portugal auf den Anbieter NOS gestoßen bei dem er mit einer Prepaid-Card den Kanguru livre Tarif abgeschlossen hat. Wir sind also in einen der in Portugal zahlreich ansässigen „NOS-Shops“ gegangen und haben eine Prepaid Karte gekauft die online, im NOS Laden oder jeder Postfiliale in Portugal jederzeit und nach belieben nachgeladen werden kann. Gut, daß in unsere Handys 2 SIM-Karten passen! 😉 Mit diesem Tarif können wir nun für umgerechnet etwa 1,20 € unlimitiert surfen. Wir können unbeschwert Fotos auf dem Blog hochladen und selbst Netflix zu schauen ist nun für uns in Portugal kein Problem mehr. Auch die Verbindung ist, bis auf sehr wenige Ausnahmen mitten in der Pampa, sehr gut bis ausgezeichnet. ( Nicht so wie in Deutschland 😉 ) Der Tarif gilt aber nur beim Aufenthalt innerhalb Portugals. Wenn wir wieder rüber nach Spanien fahren, werden wir uns wieder nach den dort besten Prepaid-Angeboten umschauen. Wahrscheinlich wird es ein Vodafon Angebot werden… Es macht also Sinn sich im jeweiligen Land nach den Angeboten umzuschauen, solltet ihr bei eurem regulärem Handyvertrag auch eine limitierte Flat haben. Jedenfalls dann, wenn ihr auf´s Internet in eurer Reisezeit nicht verzichten wollt.

Maut- und Spritkosten

… in Arbeit…