Meine sehr verehrten Leserinnen und Leser!
Nach längerer Zeit meldet sich bei euch mal wieder Timmy der Hund. Es gibt jede Menge zu berichten, daß könnt ihr mir glauben…

Also aufgepasst:

03.Juli: letzter Sonnenuntergang in Sagres

Am Abend des 3.Juli haben ich und meine Leute (Melanie und Markus alias Gido) noch ein letztes mal den Sonnenuntergang an den schönen Stränden Sagres genossen. Da war meine Hundewelt noch vollkommen im Lot…
Hätte ich die alleinige Entscheidungsgewalt hätte ich für meinen „Hundeteil“ auch mein weiteres Hundeleben…
…an den fantastischen Stränden von Sagres verbringen können!
Aber da ja auch ich als Rudelführer ein wahrer Verfechter gelebter Demokratie bin musste ich, wie schon soooo oft, klein bei geben; denn es Stand 2 zu 1 und meine Leute überzeugten mich, daß es noch sehr viel mehr zu entdecken geben würde… Vor lauter Wut mich abermals der Mehrheit fügen zu müssen, knabberte ich mir an diesem Abend gedankenverloren an meiner „Alters-Warze“ herum. Heute weiß ich, daß dies keine wirklich kluge Entscheidung war. Die Warze war, wie sich später herausstellen sollte, gar keine Warze sondern ein wohl eher ein Papillom. Aber dazu später mehr…

04.Juli: Ankunft in Vila Nova de Milfontes

Am Vormittag des 04. Juli machten wir uns also auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Vila Novo de Milfontes sollte es sein. Während der Fahrt saß ich, wie sonst auch sehr gerne, auf Melanie´s Schoß und sie entdeckte meine aufgebissene „Warze“. Gut – sie war nun etwas blutig, jedoch empfand ich die Reaktion von meinen beiden Rudelmitgliedern mal wieder als recht übertrieben. „Typische Helicopter-Hundebesitzer“ dachte ich, als ich den beiden zuhörte wie sie über einen eventuellen Tierarztbesuch sprachen. „Ich könnte mir dieses überflüssige Stück Haut doch einfach ganz abbeißen. Dann ist es weg und das Problem behoben.“ Gedacht, getan. Immer wenn ich mich unbeobachtet fühlte knabberte ich weiter. Ganz einfach deswegen um uns Allen den Tierarztbesuch zu ersparen! Doch wie ich bereits am 05.Juli feststellen musste, war auch dies nicht eine meiner klügsten Entscheidungen…
Doch zunächst blieben mir noch 2 sehr schöne Tage die ich gemeinsam mit meinen beiden Leutchen genießen konnte bevor – ja bevor… Aber dazu später…
Unsre Lucy wurde wieder auf einem Campingplatz „Camping Milfontes“ geparkt. Ein großer Platz mit Swimmingpool ( natürlich nicht für Hunde 😉 ), Waschmaschinen, Stromanschluß und allen Annehmlichkeiten was wir und unsere Lucy nach tagelangem „autarken Freicampen“, ohne jegliche Strom- Versorgung wieder sehr zu schätzen wussten! Gerade die warme Dusche empfanden Melanie und Gido als wahren Luxus 🙂 !!!
Und obwohl wir uns mittlerweile mitten in der Saison befinden, zahlen wir hier für die Nacht nur knapp 20 €uro. Ein super Preis- Leistungsverhältnis!
In Vila Nova de Milfontes haben wir uns alle 3 sofort sehr wohl gefühlt. Der Ort beherbergt ca. 5.000 Einwohner, gehört zum Kreis Odemira und liegt ebenso wie Sagres im Naturschutzgebiet von Alentejo das sich an der gesamten südwestportugiesischen Küste entlangzieht.
Die Festung São Clemente wurde als Schutz vor Piratenangriffen 1599 an der Mündung des Rio Mira errichtet, diente einst der Verteidigung des Hafens und befindet sich im Kern der Altstadt.
Milfontes ist ein sauberes kleines Städtchen und Melanie hat es hier nicht geschafft eine ganze Tüte Plastik am Strand zu sammeln! 🙂 Eine der zahlreichen kleinen Lädchen hier macht mit diesem netten Kunstwerk auf die Plastikproblematik in den Meeren aufmerksam. Ganz klar, daß mein Frauchen daß sofort fotografieren musste…
Im Hintergrunddie Mündung des Rio Milfontes in den Atlantik.

06.Juli: Strandtag

Den Freitag verbrachten wir dann am Strand. Ein riesen Spaß!

Es gibt hier bewachte Strände an denen ich als Hund mal wieder nicht willkommen bin aber auch einen unbewachten Strandabschnitt der, wie wir alle 3 finden, der auch weitaus schönere Strand ist und an dem auch wir Hunde unseren Spaß haben dürfen.
In der endlos wirkenden und wunderschönen Dünenlandschaft kann man wunderbar wandern…
…und an einem Strandabschnitt erbauen meine Menschenfreunde solch merkwürdige Steintürme, die ich so gerne markiert hätte; doch die demokratische Mehrheit meines Rudels wußte dies auch mal wieder zu verhindern… 🙁
Dafür konnte ich am Strand wunderbare Hundefreundschaften schließen! Vor Allem die portugisieschen Hundedamen haben es mir angetan… 😉
Und da ich und alle meine Hundekollegen ja nun nicht auf dem Campingplatz in den Pool dürfen, bietet uns hier am Strand Mutter Natur, unsere ganz eigenen „Hundepoollandschaften“.
Am Abend des 04. Juli haben wir dann unseren ersten Sonnenuntergang in Vila Nova de Milfontes gesehen.
Und liebe Leser, ich muss es leider wirklich zugeben: Meine Leute behielten Recht mit der Behauptung, daß es noch so viel andere schöne Plätze außer Sagres gibt. Zum ersten Mal auf dieser Reise konnten wir die Sonne im Meer untergehen sehen. Hier stand der lieben Sonne auch kein Cabo de São Vicente im Weg. 🙂

06.Juli: Die Tierärzte von Milfontes…

Am Morgen des 05.07. packten Melanie und Gido den Rucksack für den Strand und ich ging davon aus, daß ich wieder einen wundervollen Strandtag mit vielen netten Hundebekanntschaften erleben würde. Doch leider kam alles anders: Auf dem Weg zum Strand bemerkten die beiden „Helicopter-Hundeeltern“ nämlich, daß ich des Nachts weiter an meiner „Warze“ geknabbert hatte. Wie schon erwähnt, wollte ich diese ja einfach nur schnell eliminieren und uns so das Problem Warze vom Hals schaffen. Doch die blutige Stelle an meinem Bein veranlassten Markus und Melanie anscheinend erst recht dazu, den hier ansässigen Tierarzt zu besuchen… Okay, ich muss zugeben, daß der Tierarzt ein wirklich sehr netter Doctor ist; doch als er uns sagte, daß ich am Montag unter`s Messer sollte fing ich erstmal heftig an zu schlottern! Die Warze muss weg, meinte der Doctor… „Ja klar, aber daran arbeite ich doch schon die ganze Zeit!“

Die angebliche Warze sei wahrscheinlich keine Warze sondern ein Papillom, erklärte der freundliche Doctor auf sehr gutem Englisch. Solch ein Papillom könnte sich auch mal von einem gutartigen zu einem bösartigen Tumor verändern… Wir sollten jedoch auf jeden Fall eine Operation durchführen lassen, damit ich nicht immer wieder auf die Idee komme mir dieses sogenannte Papillom selber zu „entfernen“. Mir war sofort klar, daß meine besorgten Leutchen dem zustimmen würden… Und so landete ich am Montag auf dem OP-Tisch in Milfontes. Meine erste „Auslands-OP“!!!

Die Tierarztpraxis hier wird geführt von einem unheimlich freundlichen Tierazt-Ehepaar. Die beiden waren auch so nett uns zwischen ihre sehr eng gesteckten Termine zu schieben, damit unser Aufenthalt hier nicht noch länger als irgend notwendig in die Länge gezögert würde. Denn eigentlich war unser Plan am Mittwoch weiter zu ziehen… Aber das konnten wir jetzt vergessen. Gut das Vila Novo de Milfontes ein so herrliches Stückchen Erde ist! Der Tierarzt zapfte mir am Samstag dann noch etwas Blut ab und am Montag sollte es dann soweit sein…

Am Montag ging die Prozedur dann, nachdem zunächst noch ein Notfall von den Ärzten behandelt wurde, endlich los… Zuvor wurde uns jedoch noch mitgeteilt, daß ich im November in Essen direkt zu meiner Veterinärin, Frau Dr. Häuser, gehen solle da wohl meine Herzgeräusche etwas auffällig seien. Gott sei Dank sei es aber nichts Akutes und es habe noch bis November Zeit… Melanie und Gido durften bei mir bleiben als ich ganz langsam in meine Narkose döste… Das beruhigte mich doch sehr und als ich wieder zu mir kam, befand ich mich schon wieder bei Gido auf dem Schoß… Alles halb so wild. Nur hatte ich absolutes Strandverbot von den Ärzten auferlegt bekommen und ich durfte weder springen oder an der Wunde lecken oder kratzen. Dies bedeutete das die nächsten Tage sehr chillig gestaltet wurden. Bis auf wenige Gassigänge blieben meine Leutchen und ich auf dem Campingplatz ud Melanie und Gido ließen mich keine Sekunde aus den Augen… In Wechselschichten passten die beiden permanent auf mich auf. Melanie kam in der Woche mal wieder dazu Schmuck aus Muscheln und Windspiele aus Strandgut zu basteln und Gido gestaltete sich seine „Pausen“ in dem er etwas Musik machte… Ich durfte so gut wie gar nichts machen. Nicht springen, nicht spielen; nur ein wenig spazieren gehen und abhängen. Ganz schön nervig, sag ich euch! 😉 Das schlimmste für mich war allerdings, daß ich nun Nachts einen Trichter auf den Kopf bekam. Der sollte mich Nachts, wenn die beiden schliefen, daran hindern an der Wunde zu beißen oder zu lecken…. Absolut nervig und echt unbequem! Ich sag´s ja, ein Hundeleben mit solchen „Helicopter-Hundeeltern“ ist nicht immer ganz leicht… 😉 🙂 🙂

11.Juli: Die erste Nachuntersuchung

Am Donnerstag hatten wir dann einen Termin zur Nachuntersuchung. Da wir so unheimlich zufrieden und glücklich über die sehr kompetente Behandlung des Vetrinär-Ehepaars waren und sind, schrieben wir den beiden Ärzten noch eine kleine Karte und kauften vor der Untersuchung noch eine gute Flasche Wein für die beiden. Vor dem Supermarkt sprach uns eine Dame an, der vor nunmehr 3 Wochen ein Hundekollege meiner Rasse zugelaufen ist. Sie wollte sich über die Eigenarten meiner Rasse informieren und so kamen Melanie und die Dame ins Gespräch.

Mein Arztbesuch verlief sehr gut und die Ärzte waren ganz zufrieden mit dem Heilungsprozeß meiner Wunde. Jedoch konnten wir unsere Reise noch immer nicht fortsetzen, da ich am Montag, den 15.07. noch einmal vorstellig werden sollte um alle Risiken auszuschließen. Außerdem standen die Laborergebnisse der Papillomsektion noch aus… So spazierten wir weiterhin durch Milfontes um uns die Zeit zu vertreiben und begegneten Monika, der Dame vom Supermarkt, ein zweites Mal. Sie führte gerade ihre Hündin aus und berichtete uns, daß sie neben dem ihr zugelaufenen Milou noch 2 weitere Hunde hat, die sich allerdings nicht mit dem Neuzugang verstehen. Das heißt, daß sie die Hunde getrennt in ihrem Haus halten muss und auch getrennt mit ihnen Gassi gehen muss. Ein ganz schöner Aufwand den Monika da auf sich nimmt um dem kleinen Milou ein neues zu Hause zu bieten! Einfach toll solche Menschen und ich möchte mich in Namen all meiner Hundekollegen für dieses Engagement bedanken! Monika lebt seit 4 Jahren hier in Milfontes und war so lieb uns am Samstag zu sich nach Hause einzuladen. Wir verbrachten einen schönen Abend bei ihr und ich bekam sehr schmackhafte Hähnchenhappen. Melanie und Gido wurden von Monika mit gutem Wein, einem ganz besonders schmackhaften Bier, vorzüglichen Käsehäppchen aus der Region versorgt und meine Leutchen hatten, wie es mir schien, sehr interessante Gespräche mit Monika. Ich meine mitbekommen zu haben, daß eines unserer nächsten Reiseziele ein Tipp von Monika ist… Aber darüber berichten euch dann mal wieder meine Leutchen…!!!

Milou lief Monika hinterher. Der Arme hat seine Leute nicht mehr finden können. Wahrscheinlich wurde er ausgesetzt, da sich auch nach intensiver Bemühungen die Besitzer zu finden, niemand gemeldet hat. Nun darf er bei Monika leben. Was für ein Glück! 🙂

Nachdem wir Monika am Samstag Abend verließen, machten wir uns noch einen schönen Abend in der Altstadt… Hier ist Abends in der Urlaubssaison immer etwas los…

Die letzte Nachuntersuchung am 15.Juli verlief dann auch wieder zu unserer vollsten Zufriedenheit. Die Wunde ist so gut verheilt, daß wir nun weiterfahren dürfen. Gido und Melanie wollen Milfontes nun am Mittwoch morgen verlassen…